Hasler Kinold Rechtsanwälte

Krankheit des Arbeitnehmers

Häufig gibt es zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Streit bei Erkrankung des Arbeitnehmers. Der Streit dreht sich einmal darum, ob der Arbeitgeber die Vergütung während der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit weiterzahlen muss und wenn ja, in welcher Höhe. Grundsätzlich hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Entgeldfortzahlung bis zur Dauer von sechs Wochen und zwar in Höhe des Betrages, den er ohne die Arbeitsunfähigkeit verdient hätte. Dies gilt allerdings erst nach vierwöchiger ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses. Im Übrigen fließen Überstunden nicht in die Berechnung der Entgeldfortzahlung ein. Einzelheiten sind regelmäßig tarifvertraglich abweichend geregelt. 

Streit entsteht auch oft über die Frage, wann nach einer sechswöchigen Erkrankung erneut ein Entgeldfortzahlungsanspruch entsteht. 

Der Arbeitnehmer hat bei Erkrankung die Verpflichtung, unverzüglich die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer mitzuteilen und spätestens nach Ablauf von drei Tagen eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitbescheinigung vorzulegen. Anderenfalls ist der Arbeitgeber berechtigt, die Entgeldfortzahlung zu verweigern. 

Weit verbreitet ist die fälschliche Ansicht, wegen und während einer Erkrankung könne das Arbeitsverhältnis nicht gekündigt werden. Das Gegenteil ist der Fall bei häufigen Kurzerkrankungen und Erkrankungen von langer oder unabsehbarer Dauer.