Hasler Kinold Rechtsanwälte

Die häufigsten Fragen

  • Mit der Trennung beginnt die Verpflichtung zur Zahlung von Unterhalt. Was ist zu beachten und wie wird der Unterhalt berechnet?
    Unterhaltsansprüche werden nach dem Nettoeinkommen berechnet. Bei minderjährigen Kindern ist das Einkommen des Elternteils maßgebend, der die Kinder nicht betreut. Beim Ehegattenunterhalt richten sich die Ansprüche in der Regel nach dem Einkommen beider Parteien. Der Pflichtige muss zur Berechnung des Unterhalts Auskunft über sein Einkommen erteilen.

  • Können Kreditraten bei der Unterhaltsberechnung berücksichtigt werden?
    Ja, soweit sie die ehelichen Verhältnisse geprägt haben. Wird ein Kredit nach der Trennung aufgenommen, sind die Raten grundsätzlich nicht abzugsfähig.

  • Wer haftet für die Schulden aus der Ehezeit?
    Haben beide Ehegatten Kreditverträge unterschrieben, haften sie der Bank gegenüber als Gesamtschuldner. Im Innenverhältnis kann die alleinige oder überwiegende Haftung eines Ehegatten in Betracht kommen. Hier hat der andere Ehegatte einen Freistellungsanspruch.

  • Darf ein Ehegatte nach der Trennung Konten überziehen? Wenn nein, wie kann man das verhindern?
    Das eigene Konto darf natürlich überzogen werden, ein gemeinsames Konto so lange, bis die Einzelverfügungsbefugnis durch den anderen Ehegatten widerrufen ist. Besteht für das alleinige Konto des anderen Ehegatten eine Kontovollmacht, darf von dieser nach der Trennung auch ohne Widerruf der Vollmacht nicht Gebrauch gemacht werden. Es empfiehlt sich allerdings zur Verhinderung von Missbrauch, sofort die Vollmacht der Bank gegenüber zu widerrufen.

  • Darf ein Ehegatte ohne Zustimmung des anderen über das Vermögen verfügen?
    So lange der Güterstand der Zugewinngemeinschaft besteht, darf ein Ehegatte ohne Zustimmung des anderen nicht über das ganze Vermögen verfügen. Dieses Verbot betrifft übrigens auch das eigene Vermögen. Zu denken ist hier besonders an den Verkauf von Grundbesitz. Die ohne den anderen Ehegatten getroffenen Verfügungen sind unwirksam und müssen auf Verlangen rückgängig gemacht werden.

  • Darf der ausziehende Ehegatte weiterhin das Haus oder die Wohnung betreten?
    Wenn die Ehewohnung aufgegeben oder vom Familiengericht einem Ehegatten allein zugewiesen ist, darf sie der andere nur noch mit Zustimmung des Verbliebenen betreten. Die Eigentumsverhältnisse sind dabei unerheblich.

  • Welche Konsequenzen haben Vermögensverschiebungen durch einen Ehegatten und wie können sie verhindert werden?
    Da Berechnungsstichtag für den Zugewinnausgleich die Zustellung des Scheidungsantrages ist, beeinflussen nicht mehr vorhandene Werte den Ausgleichsanspruch. Verschiebungen können durch ein Klage auf vorzeitigen Zugewinnausgleich und durch dinglichen Arrest gestoppt werden.

  • Wie berechnet man den Zugewinnausgleich?
    Durch eine Gegenüberstellung von Anfangs- und Endvermögen bei beiden Ehegatten. Zum Anfangsvermögen gehören auch Erbschaften oder größere Schenkungen in der Ehezeit. Der Ehegatte mit dem größeren Zugewinn ist ausgleichspflichtig.

  • Welche steuerlichen Folgen hat die Trennung?
    So lange die Ehegatten noch nicht ein ganzes Kalenderjahr getrennt leben, können die Steuerklassen beibehalten und eine gemeinsame Steuererklärung abgegeben werden. Die Zustimmung zur Zusammenveranlagung kann gerichtlich erzwungen werden.

  • Wie viel kostet die Scheidung?
    Die Kosten des Scheidungsverfahrens richten sich in der Regel nach dem Nettoeinkommen beider Ehegatten. Verdienen die Ehegatten zusammen etwa 3.000,00 Euro netto, betragen die Anwaltskosten ca. 1.400,00 Euro und die Gerichtskosten rd. 400,00 Euro. Lassen sich beide Parteien anwaltlich vertreten, fallen die Anwaltskosten natürlich für jeden Ehegatten an. Soweit - etwa im Hinblick auf Kreditverpflichtungen - die Voraussetzungen für Prozesskostenhilfe vorliegen, übernimmt die Staatskasse die Anwalts- und Gerichtskosten. Prozesskostenhilfe kann mit und ohne Eigenbeteiligung bewilligt werden. 

Streitige Auseinandersetzungen über Folgesachen (Unterhalt, Zugewinnausgleich, Sorgerecht etc.) verteuern die Scheidung erheblich. Es empfiehlt sich deshalb, frühzeitig fachkundigen Rat zu suchen und einvernehmliche Regelungen mit dem anderen Ehegatten anzustreben.