Hasler Kinold Rechtsanwälte

Trennen sich Eltern, entbrennt oft der Streit um das Sorgerecht und die Frage, wo die Kinder zukünftig wohnen sollen. 

Wenn diese Frage nicht einvernehmlich geregelt werden kann, entscheidet das Familiengericht und holt in der Regel hierzu ein Sachverständigengutachten ein. Auch bei Streitigkeiten um den Umgang wird von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Die Erfahrung zeigt, dass eingeholte Gutachten oft den fachlichen Anforderungen nicht entsprechen. Gleichwohl besteht bei den Gerichten die Tendenz, der Empfehlung des Sachverständigen zu folgen.

Deshalb ist anwaltliche Hilfe unentbehrlich, um dem Gericht in allen Einzelheiten darzulegen, weshalb das Gutachten fehlerhaft und unbrauchbar ist und dass ein Zweitgutachten eingeholt werden muss. Wenn das Gericht kein Zweitgutachten einholt und dem Erstgutachten folgt, muss es die aufgezeigten Mängel thematisieren, die fachliche Qualifikation des Sachverständigen klären. Es muss nachvollziehbar darlegen, inwiefern die Aussagen aus dem Gutachten trotzdem verwertbar sind und zur Entscheidungsfindung beitragen können. Andernfalls kann die Entscheidung des Gerichts erfolgreich angegriffen werden, wie das Bundesverfassungsgericht mit Beschluss vom 27.04.2017 - 1 BvR 563/17 - entschieden hat.